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  • ERP-Trends 2021: Worauf muss sich der Mittelstand einstellen?

ERP Trends 2021: 10 Trends, die mittelständische Unternehmen auf der Agenda haben sollten

Welche Themen sind im ERP-Markt zukünftig relevant? Mit welchen Trends sollte sich der Mittelstand beschäftigen, um für zukünftige Anforderungen gut aufgestellt zu sein? Dieser Artikel beleuchtet die aktuellen ERP-Trends, die Sie bei der Erstellung eines Lastenheftes nicht außer Acht lassen sollten.

Die Digitalisierung verändert Unternehmen und ihre Wertschöpfungsketten schneller und tiefgreifender als alle bisherigen technischen Revolutionen. Ein Großteil der aktuellen Trends im ERP-Markt hängen direkt oder indirekt mit der Digitalisierung zusammen. Die Zeichen der Zeit stehen auf Vernetzung und smarten Technologien. Unternehmen, die das Potenzial technologischer Entwicklungen wie IoT, Big Data und künstliche Intelligenz nutzen möchten, sind mehr denn je auf eine hoch performante und vernetzte IT-Umgebung angewiesen. Moderne ERP-Systeme führen alle relevanten kaufmännischen, logistischen und produktionstechnischen Daten zusammen und fungieren als Schnittstelle zu Drittsystemen, Plattformen und Services. Sie optimieren Geschäftsprozesse und verdichten Daten zu Kennzahlen und fungieren so als Daten- und Prozesszentrale.
Wenn Sie vor der ERP-Auswahl stehen, sollten Sie diese Trends bei der Erstellung Ihres Lastenhefts miteinbeziehen und bei Ihren Anforderungen an die neue ERP-Lösung berücksichtigen.


Die folgenden ERP-Trends beleuchten wir in diesem Artikel näher:


- #1: Prozessoptimierung &-automatisierung
- #2: Digitalisierung
- #3: Internet of Things (IoT)
- #4: Integrierte Lösungen & Konnektivität
- #5: Big Data und Business Intelligence
- #6: Mobile Anwendungen
- #7: Kundenorientierung & Service
- #8: Usability
- #9: Internationalität
- #10: Cloud-Betrieb

 

ERP-Trends 2021 #1: Prozessoptimierung & -automatisierung

Um im internationalen Vergleich bei Geschwindigkeit, Qualität und Preis wettbewerbsfähig zu bleiben, ohne Abstriche bei der Rentabilität zu machen, müssen Geschäftsprozesse unternehmensübergreifend automatisiert und miteinander vernetzt werden – von der Beschaffung über Produktion und Logistik bis hin zu After Sales. Eine ERP-Software sollte Prozesse vordenken und vereinfachen, so dass Aufgaben mit wenigen Klicks erledigt und Informationen schnell zur Verfügung gestellt werden können. Prozess-Exzellenz und Prozesssicherheit werden zunehmend entscheidend, was die Wettbewerbsfähigkeit anbelangt. Dabei gilt es Gegensätze zu vereinen: Praxiserprobte Standards und Workflows, die bei der Prozessmodellierung unterstützen und Optimierungspotenziale aufzeigen sowie individuelle Prozesse, welche die Einzigartigkeit Ihres Unternehmens abbilden und für Wettbewerbsvorteile sorgen.

 

ERP-Trends 2021 #2: Digitalisierung

Die digitale Transformation treibt Unternehmen um – viele Firmen wissen nach wie vor nicht, wo und wie sie die Digitalisierung angehen sollen. Auch für den Mittelstand stellt sich die wichtige Frage, wie er die Herausforderungen des Wandels meistert und was ERP-Systeme dazu beitragen können. Dabei kann eine moderne ERP-Lösung ein ganz entscheidender Faktor für betriebliche Digitalisierungsvorhaben sein: Sie automatisiert Prozesse über System- und Unternehmensgrenzen hinweg, integriert Drittsysteme oder Plattformen und liefert die Basis für Industrie 4.0 und das Internet of Things.

 

ERP-Trends 2021 #3: Internet of Things (IoT)

Sinkende Preise bei industrienaher Hard- und Software, Sensorik und Cloud-Technologie lassen den Einstieg in IoT bzw. Industrial IoT (IIoT) – also die Digitalisierung der Fertigung – naherücken. Für eine nachhaltig erfolgreiche Umsetzung von Digitalisierungsprojekten sollte eine weitere, wichtige Voraussetzung erfüllt sein: Digitalisierung erfordert einen beträchtlichen Reifegrad in der Arbeits- und Prozessorganisation. Voraussetzung sind stabile Produktionssysteme mit klar definierten Prozessen und gepflegten Daten.
ERP-Systeme bieten die nötige Integrationstiefe und Prozessausrichtung, um Fertigungsdaten bzw. Rückmeldungen zum Fertigungsfortschritt über Anlagenkopplungen oder mobile Shopfloor-Lösungen zur Betriebsdatenerfassung zusammenzuführen und zu Kennzahlen zu verdichten.
Wer die Möglichkeiten der Digitalisierung inklusive Big Data und Predictive Analytics voll ausschöpfen möchte, dem bieten IoT-Plattformen geeignete Unterstützung. Sie sorgen nicht nur für den Informationsaustausch zwischen den Systemen, sondern beinhalten auch Tools zur Verdichtung und Analyse von Daten, auf deren Basis Prognosen (Predictive Analytics) erstellt und in Echtzeit an Maschinen und Planungssysteme wie z. B. das ERP-System zurückgespielt werden. Sie sind Grundlage für Produktivitätssteigerungen beispielsweise durch selbstlernende Maschinen oder die Rückverfolgbarkeit von Produktmängeln bis zu den Fertigungsbedingungen.

 

ERP-Trends 2021 #4: Integrierte Lösungen & Konnektivität

Eine hohe Integration und Konnektivität ist die Basis für die digitale Transformation: In der Smart Factory müssen Daten aus den unterschiedlichsten Quellen verarbeitet und analysiert werden. Eine Voraussetzung dafür ist die einfache Kommunikation zwischen verschiedensten Applikationen. Ohne leistungsfähige Konnektoren, durchgängige Prozesse und den einfachen Datenaustausch mit Drittlösungen ist dies nicht zu bewältigen. Die Integrationsfähigkeit und generell die Vernetzung im Unternehmen sind daher wichtige Trend-Themen für 2021.

 

ERP-Trends 2021 #5: Big Data und Business Intelligence

Daten sind das neue Gold. Ein großer Datenschatz ist das eine – daraus nutzbare und aussagekräftige Kennzahlen und Daten zu generieren das andere. Wer in der Lage ist, seine Daten entsprechend auszuwerten und zu analysieren, kann gegenüber dem Wettbewerb punkten. Daher sind die Themen Big Data und Business Intelligence (BI) aus den Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Verantwortliche aller Geschäftsbereiche müssen Entwicklungen frühzeitig erkennen und notwendige Maßnahmen ergreifen, um den eigenen Verantwortungsbereich noch vor dem Wettbewerb an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen. Gleichzeitig greifen sie täglich korrigierend ins Geschäftsgeschehen ein, wenn bestimmte Indikatoren akuten Handlungsbedarf signalisieren.
Doch auch hier schlummert 2021 großes Potenzial, denn die entsprechenden Tools sind noch nicht auf allen Entscheiderebenen und in allen Fachabteilungen angekommen. Oft sind BI-Auswertungen der Unternehmensleitung oder dem Controlling vorbehalten.

 

ERP-Trends 2021 #6: Mobile Anwendungen

Mobiles Arbeiten und die entsprechenden mobilen Anwendungen stehen schon länger auf der Agenda vieler Unternehmen – auch 2021 wird sich dieser Trend fortsetzen. Ob verteilte Projektteams, flexible Arbeitszeitmodelle oder schnelle Informationen für den Außendienst: Modernes Arbeiten erfordert die mobile Nutzung Ihrer Systeme, und das ohne Performance-Verluste oder Sicherheitsrisiken. So ermöglichen browserbasierte Web-Clients Ihren Mitarbeitern zeit- und ortsunabhängig auf das ERP-System zuzugreifen. Mobile Apps decken die Anforderungen verschiedener Arbeitsbereiche ab, beispielsweise für den Einsatz in Fertigung und Lager oder für Vertriebs- und Kundendienstmitarbeiter.

 

ERP-Trends 2021 #7: Kundenorientierung & Service

Die veränderte Nachfrage verlangt eine kompromisslose „Customer First“-Philosophie – und erfordert damit nicht nur hochmoderne Fertigungsprozesse von der produktionsbegleitenden Entwicklung bis zur Losgröße 1, sondern auch ein neues Verständnis von Vertrieb und Service. Eine nahtlose Integration und Transparenz über alle Abteilungen hinweg ist die Voraussetzung für die Digitalisierung im Kundenservice. Zentrale Fragestellungen sind beispielsweise: Sind die Prozesse, die für Reparatur- und Wartungsservices benötigt werden, bereits in die ERP-Lösung integriert oder handelt es sich um Insellösungen? Kann die Serviceplanung im ERP-System erfolgen? Werden Serviceeinsätze unter Berücksichtigung der Verfügbarkeit von Technikern und Einsatzmitteln optimiert geplant? Kann der Disponent die Einsatzplanung bei Terminverschiebungen ohne großen Zeitverlust anpassen?

 

ERP-Trends 2021 #8: Usability

Eine neue Generation von Anwendern ist mit Smartphones, Tablets und Spielekonsolen aufgewachsen. Diese Generation erwartet, dass auch Business Software einfach zu erlernen und intuitiv zu bedienen ist – und eine ansprechende Optik hat. Benutzerfreundlichkeit ist heute eine zentrale Anforderung an ERP-Software. Zum Bedienkomfort gehört eine ergonomische Benutzerführung, die es dem Anwender ermöglicht intuitiv mit dem ERP-System zurechtzukommen. Dazu werden Anwender verstärkt schon früh in den Entwicklungsprozess miteinbezogen, um ihre Wünsche und Vorstellungen zu berücksichtigen.

 

ERP-Trends 2021 #9: Internationalität

Ein weiterer wichtiger Trend, den man bei der Suche nach einem passenden ERP-System nicht vergessen sollte, ist die zunehmende Globalisierung. Um für den internationalen Einsatz geeignet zu sein, spielen Mehrsprachenfähigkeit, Mehrwährungsfähigkeit und die verfügbaren Lokalisierungen der Software eine Rolle. Ist der ERP-Anbieter in für Sie wichtigen Ländern vertreten, unterstützt das ERP-System die Landessprache des Standortes und bietet die ERP-Lösung die Finanzbuchhaltung des Landes an? Um dies mit „Ja“ beantworten zu können, sollte der ERP-Anbieter über Standorte vor Ort und die entsprechenden Software-Lokalisierungen verfügen. Darüber hinaus sollte der Anbieter eine internationale Einführungsmethodik anbieten können.

 

ERP-Trends 2021 #10: Cloud-Betrieb

Im Zuge der digitalen Transformation wandelt sich auch die IT-Infrastruktur. Ziel ist es, neue Geschäftsmodelle insbesondere im IoT-Umfeld agil, hoch performant und ohne zu hohe Kapitalbindung umzusetzen. Hier punktet die Cloud mit hoher Performance auch bei riesigen Datenmengen. Gleichzeitig entfallen Investitionen in Hardware und IT-Personal, die Implementierung erfolgt schnell und kostengünstig. Bei Bedarf kann ressourcenschonend skaliert werden.
Doch insbesondere der Mittelstand steht der Verlagerung des eigenen ERP-Systems in die Cloud skeptisch gegenüber und vertraut nach wie vor auf On-Premise-Lösungen. Daher bieten einige ERP-Anbieter zunehmend hybride Modelle an, bei denen lediglich einzelne Anwendungen in der Cloud genutzt werden.

 

Fazit: Digitalisierung prägt ERP-Trends 2021

Nicht jeder ERP-Trend ist zwangsläufig für jedes Unternehmen relevant. Es gilt, die nutzenbringenden Tools und Technologien zu identifizieren: Beschäftigen Sie sich mit den Trends, die erfolgsversprechend sind, um die Wettbewerbsfähigkeit Ihres Unternehmens auch in Zukunft zu sichern – gerade in Zeiten des digitalen Wandels und zunehmender Globalisierung. Das ERP-System kann ein wichtiges Rückgrat für die Digitalisierung sein. Ist Ihre derzeit eingesetzte Lösung dem gewachsen oder wäre ein Wechsel angebracht? Wenn ja, sollten Sie bereits bei der ERP-Auswahl und bei der Erstellung Ihres Lastenhefts die ERP-Trends 2021 berücksichtigen, um für kommende Herausforderungen gut aufgestellt zu sein.

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